Samstag, 13. Juni 2009

Ein Modellbaukasten für die Welt

Sie ist in gewisser Hinsicht wie das Ideal der großen romantischen Liebe: Man sucht sie ständig, aber man findet sie nicht, sondern allenfalls grobe Annäherungen. Oft findet man sich mit dem ab, was man hat, und trotzdem schwebt sie wie eine halbdurchsichtige Fata Morgana seit Generationen vor uns, und wir suchen sie fortwährend, denn sie und die Suche nach ihr bereichert unser Leben und verleiht ihm einen Hauch einer Bedeutung. Viele Menschen sind ihretwegen verrückt geworden, begingen Selbstmord oder wurden umgebracht. Jedoch ist sie keine femme fatale, ja nicht einmal eine Person; sie ist - die Wahrheit.

Der Drang, die Welt zu verstehen und herauszufinden, wie sie funktioniert, ist den Menschen immanent - schon im Kindesalter krabbeln wir neugierig herum und saugen alles in uns auf, was uns unsere Umgebung begreiflich macht. Das tiefere Verständnis der Welt ist der Evolutionsvorteil, der es uns, die wir weder besonders schnell noch besonders kräftig oder geschickt sind, erlaubt hat zu überleben. Andererseits haben Philosophen schon früh erkannt, dass wir die Wahrheit über die Welt, wie sie "in Wirklichkeit" ist, nie bis zum Ende verstehen werden.

Denn einerseits sind wir im Erfassen der Dinge auf unsere Empfindungen angewiesen. Wir sehen ja nicht wirklich das, was ein Gegenstand "ist", sondern nur ein Konstrukt unseres Gehirns aufgrund der Sinnesreize. Schauen wir zum Beispiel auf einen roten Apfel, müssen wir uns darüber im Klaren sein, dass der Apfel nicht wirklich rot "ist" - wir sehen ihn nur rot, weil unser Gehirn die von der Netzhaut eingehenden Daten über elektromagnetische Strahlung mit einer Wellenlänge von etwa 640 nm – 780 nm als rot interpretiert. Der Witz ist, dass ein roter Apfel eigentlich alles mögliche ist, nur nicht rot - die roten Wellenlängen werden ja vom Apfel gerade zurückgeworfen (und gelangen in unser Auge). Wie dieselbe Wellenlänge von einem Kaninchen oder einem Marsmenschen interpretiert wird, und ob deren Konzept von "rot" mit unserem übereinstimmt, wissen wir nicht - beide dürften aber jeweils ein ziemlich anderes Modell der "Wahrheit" über den roten Apfel bauen.

Auch intellektuell sind unserer Erkenntnis Grenzen gesetzt - wir Menschen sind einfach nicht schlau genug, um "die Wahrheit" über die Welt zu erfahren. Auch wenn es angesichts von durch uns hervorgebrachten Supercomputern oder Mars-Rovern zunächst blöd klingt - die Beschaffenheit der Welt ist mit Sicherheit zu kompliziert für uns. Oder kannst Du mir beweisen, dass wir alle nicht nur Figuren sind in einer riesigen Computersimulation, die nach unseren Naturgesetzen, wie wir sie kennen, funktioniert? Was uns übrig bleibt - und was die Aufgabe der Wissenschaft ist - ist es, uns wie bei der Wahrnehmung des roten Apfels ein Modell zu konstruieren, das zu der Wirklichkeit passt. Sie nicht beschreibt, darstellt, erklärt, sondern passt, ihr nicht widerspricht. Ein Polizeihund wird nie verstehen, warum man ihn trainiert, Drogen in Kofferräumen zu erschnüffeln, aber es wird ihm klar - wenn er es macht, gibt's ein Leckerli und ein paar Streicheleinheiten durch das Herrchen. Er durchdringt die Kompliziertheit der Welt nicht, aber er lernt, damit umzugehen, so dass es ihm gut geht. Und in dieser Position sind wir Menschen letztlich auch. Die Naturgesetze, die wir entdecken, sind nichts anderes als das Gesetz des Hundes, dass es für einen Drogenfund ein Pfund Chappi gibt.

Wahrheit ist also immer subjektiv, eine Gebrauchsanweisung für die Welt, mit der wir durch das Wirrwarr des Seins navigieren. Dabei ist es egal, ob jemand mit einem besseren Kenntnisstand (hoch entwickelte andere Zivilisation etc.) unser Modell für überholt hält - solange es funktioniert, ist es unsere "Wahrheit". Ein gutes Beispiel dafür ist das Placebo. Wenn das Modell in unserem Kopf uns eine Besserung verschafft - dann wird es eben so sein; das ist dann unsere persönliche Wahrheit über "die Wirklichkeit" - auch wenn wir "objektiv" nur ein Stück weißen Zucker in Tablettenform gegessen haben. In einem berühmten Versuch "dachten" Vögel, dass wenn sie eine bestimmte Bewegung machen, der Automat in ihrem Käfig ihnen Futter spendiert - tatsächlich waren dem Automaten ihre Tänze egal, aber satt waren sie am Ende trotzdem. Ihre Wahrheit war also anders als die der Forscher, die über die komischen Verrenkungen der Vögel lachten, beide Ansichten waren aber gleichberechtigt. Und deshalb kann die Relativitätstheorie "objektiv" vielleicht auf eine ganz andere Weise die Welt beschreiben, als wir denken - solange sie funktioniert, ist sie unser brauchbares Placebo, unsere "Wahrheit", die wir nun mal nicht besser kennen können.

Aber trotzdem fortwährend weiter suchen werden.

Sonntag, 5. April 2009

Der Sinn des Lebens

Ach ja, der Sinn des Lebens... Es gibt viele Paraphrasen dieser tiefsinnig erscheinenden Frage - Wo kommen wir her, wo gehen wir hin? - Oder, um es mit Douglas Adams zu sagen: "Die Frage nach dem Leben, dem Universum und den ganzen Rest". Ich als Anhänger von prosaischen Antworten auf poetische Fragen denke, dass die Frage in dieser Form erstens missverständlich formuliert und zweitens aus einem Anflug von Größenwahn heraus entstanden ist.

Missverständlich deshalb, weil "Sinn" meistens impliziert, dass das Etwas, dessen Sinn wir suchen, von jemandem aus einer Intention heraus für irgendwas geschaffen wurde, also einen Zweck hat. "Was ist der Sinn (und Zweck) eines Computers?", ist damit eine berechtigte Frage. Den "Sinn des Wetters" sucht man dagegen vergebens. Das Wetter ist einfach da. Es ist eine Naturerscheinung, genauso wie wir. Niemand hat uns gemacht oder erschaffen, wir sind, auch wenn es ernüchternd klingt, das Produkt eines Selektionsprozesses von zufälligen Mutationen eines kohlenstoffbasierten komplexen Moleküls. All die Wunder, die der Mensch bisher vollbracht hat, die Symphonien von Beethoven, die Relativitätstheorie, die Landung auf dem Mond, sind, um es mit Carl Sagan zu sagen, "Dinge, die Wasserstoffatome anstellen, wenn man ihnen 15 Milliarden Jahre Zeit gibt."

Aber woher kommt dann die Frage nach dem Sinn des Lebens überhaupt? - Nun, über Jahrtausende hinweg war es eine nicht zu hinterfragende Selbstverständlichkeit, dass wir doch irgendwie geschaffen wurden, von einem oder mehreren Göttern. Geschaffen - aha, dann doch wohl zu einem Zweck! Das Leben war von einem geheimnisvollen Sinn erfüllt, denn so ein Gott macht sich ja nicht umsonst die Mühe. Und dann plötzlich - ich übergebe das Wort hier an Steven Weinberg, der es vorzüglich formuliert hat:

"Die Menschen hielten sich selbst für Figuren in einem kosmischen Drama: Wir wurden geschaffen, haben gesündigt, werden erlöst – eine ganz große Geschichte. Nun merken wir, dass wir eher wie Schauspieler sind, die ohne Regieanweisung auf einer Bühne herumstehen, und dass uns nichts anderes übrig bleibt, als hier ein bisschen Drama, dort ein wenig Komödie zu improvisieren."


Sigmund Freud hatte schon einmal eine ähnliche Eingebung gehabt und entwickelte die Theorie von den "Kränkungen der Menschheit". Danach war die erste (kopernikanische) Kränkung die, dass der Mensch plötzlich einsehen musste, die Erde sei nicht der Mittelpunkt des Universums, sondern ein unbedeutender Steinbrocken irgendwo am Rande der Milchstraße. Die zweite Kränkung kam von Darwin, der uns anschaulich machte, wie der Mensch auf natürliche Weise ohne göttlichen Hauch von einem gemeinen affenähnlichen Vorfahren entstehen konnte. Ich denke, daher kommt auch die ewige Frage nach dem Sinn des Lebens: Früher war der Sinn aufgrund des religiösen Einflusses selbstverständlich vorhanden und ganz einfach bei dem Pfarrer/Priester/Schamanen deines Vertrauens zu finden. Ist der Mensch aber als bloßes Upgrade des Affen entzaubert, so sucht man (vielleicht unbewusst) - nach einem Ersatz für den verlorenen Thron - und erfindet einen Sinn des Lebens, der gar nicht da ist, weil es niemanden gibt, der uns diesen "objektiven" Sinn geben kann.

Was uns nicht daran hindert, das Leben bedeutungsvoll zu leben, zu versuchen die Welt zu verstehen und Gutes zu tun. Diesen Sinn - oder besser: Inhalt - müssen wir dem Leben aber selbst geben, er liegt also einzig und allein in unserer Hand.

Samstag, 28. März 2009

Du bist ich

Was passiert, wenn man einem Kleinkind die Zunge zeigt? - Die Chance ist groß, dass das Kind dann die Gefälligkeit erwidert. Wenn man einem Affen was vorsingt? - Der Affe könnte mit einstimmen. Wenn man beobachtet, wie ein anderer versehentlich eine heiße Herdplatte anfasst? - Man zieht mit einem schmerzverzerrten Gesichtsausdruck die Hand an den Körper. Und wenn man kranke Menschen sieht, versetzt sich die eigene Immunabwehr in Alarmbereitschaft.

Die Ursache von diesen Gefühlen und Reaktionen ist ein und dieselbe: Es sind die erst vor kurzem entdeckten sogenannten Spiegelneuronen in unserem Gehirn. Manche bezeichnen sie als die wichtigste Entdeckung in der Neurophysiologie der letzten Zeit. Vereinfacht gesagt sind es Nervenzellen in unserem Gehirn, die alle Handlungen, Gefühle und Stimmungen der Menschen um uns herum simulieren. Sehen wir Diego Maradona beim Dribbeln Richtung Tor zu, wird in unseren Gehirnen eine virtuelle Kopie des Stürmers erstellt. Und wir laufen nicht nur "ein bisschen mit ihm mit", nein, wir sind in diesem Augenblick tatsächlich Diego Maradona. Sehen wir, wie jemand anderes mit einer Nadel gepiekt wird, dann gibt es in unserem Gehirn eine entsprechende Antwort darauf, so dass erst die Abwesenheit von Schmerz uns beruhigen muss, damit wir kein Abwehr- oder Fluchtverhalten zeigen. Durch bloßes Zuschauen versetzen wir uns also unweigerlich in die andere Person hinein.

Wozu das Ganze? - Ganz einfach: damit wir unsere Mitmenschen besser verstehen. Die Evolution hat uns tatsächlich mit Gehirnzellen versehen, die für Empathie zuständig sind (der Neurowissenschaftler V.S. Ramachandran nennt sie deshalb gerne scherzhaft "Dalai-Lama-Neuronen"). Der Mensch als ein von Grund auf soziales Wesen braucht sie, um die Interaktion mit anderen zu erleichtern. Er muss das Innenleben anderer, deren Absichten, Emotionen etc. nicht mehr durch logische Schlüsse aus ihrem äußeren Verhalten erraten, er empfindet es unmittelbar, als wäre es sein eigenes! Bezeichnenderweise sind gerade bei Autisten, also Menschen, die Probleme haben, mit anderen zu interagieren, eine nur schwache Spiegelneuronen-Aktivität festgestellt worden. Auch Ärzte "schützen sich" durch eine verminderte Empfindlichkeit der ständigen Wahrnehmung von Schmerzen anderer.

Die so direkt erfahrene Einfühlung in eine andere Person ist aber auch eben an die Unmittelbarkeit der Wahrnehmungen geknüpft: Sehen wir einen hilflosen Menschen am Straßenrand, haben wir ein stärkeres Bedürfnis, ihm zu helfen, als wenn es um Millionen hungernde Afrikaner geht, die wir nie gesehen haben. Aus evolutionstheoretischer Sicht klar: Wir sollten uns früher nur um die unmittelbaren Stammesmitglieder kümmern, die mit uns oft verwandt waren, und nicht um Leute, die uns nichts angehen. Deswegen sind in dem berühmten Trolley-Dilemma die meisten Befragten einverstanden, einen Menschen auf indirektem Weg, durch Umlegen der Weiche, nicht aber direkt, durch das Herunterstoßen von der Brücke opfern. Die Dalai-Lama-Neuronen, die sein Leiden uns zu eigen machen, verhindern, dass man selbst Hand anlegt.

Asiaten haben sich seit jeher von der Idee des Individuums distanziert. Für sie zählt die Gemeinschaft, der Verband, dem man angehört, die Einheit unter Verschiedenen. Spiegelneuronen geben ihnen in gewisser Weise Recht. Wenn ich mit anderen interagiere, werde ich in deren Köpfen gespiegelt und werde so zu einem Teil von ihnen. Die Grenzen zwischen dem Einzelnen und "den anderen" werden ein Stück weit aufgelöst. Man ist, solange man in direkten Kontakt zu anderen tritt, nie mehr "allein". Ich bin auch ein bisschen Du, und zwar nicht durch deduktive Schlüsse, sondern ganz direkt - dank des Spiegels in meinem Gehirn.

Freitag, 6. Februar 2009

Reisen im Nichts



Ach, wenn es doch so einfach wäre! Sich einfach ins Auto setzen, Zeit eintippen und losdüsen. 88 Meilen pro Stunde - zack! - ist man in ferner Zukunft angelangt - oder in dunkler Vergangenheit. Doch so einfach wie in dem Science-Fiction-Klassiker "Zurück in die Zukunft" ist das Zeitreisen doch nicht. Obwohl es an Interessenten, die zum Beispiel mit den Aktienkursen von heute im Gepäck gestern an die Börse gehen wollten, bestimmt nicht mangeln würde. Oder das verhunzte Date mit der Traumfrau wiederholen und diesmal darauf achten, dass man nicht allzu offensichtlich in der Nase bohrt. Was steht dem Zeitreisen also im Wege? Zeit ist doch, wie der Raum, nur eine weitere Dimension, oder?

Der geniale Physiker Stephen Hawking hat mal gescherzt, wenn Zeitreisen möglich wären, wären wir schon längst von Touristenhorden aus der Zukunft überrannt worden. Aber jetzt mal im Ernst: Man muss erst mal differenzieren zwischen der Reise in die Zukunft und einer solchen in die Vergangenheit. Zunächst zum Einfacheren: Die Zukunft. Hier gibt es tatsächlich ein relativ klares Prinzip, dass uns erlaubt, nach 3 Minuten unsere Enkelkinder zu sehen. Man steige entweder in eine Rakete, die mit einem lichtgeschwindikeitsnahen Tempo durchs Weltall düst, oder man parke die Rakete am Rande eines gravitationstriefenden Schwarzen Lochs (ohne hineinzurutschen, versteht sich). Denn nach der speziellen und allgemeinen Relativitätstheorie vergeht die Zeit um so langsamer je schneller man sich bewegt oder je stärker die Gravitationskraft ist, die auf einen einwirkt. Während für Deine auf der Erde gebliebenen Zeitgenossen ein Jahrhundert vergeht, zeigt Deine eigene Uhr nur fünf Minuten. Oder noch weniger. Der Kosmonaut Sergej Krikaljow reiste während seiner rund 800 Tage im Weltall eine ganze Fünzigstelsekunde in die Zukunft - aber nur, weil wir noch keine höheren Geschwindigkeiten produzieren können.

Viel schwieriger sieht es aus, wenn es um Reisen in die Vergangenheit geht. Da gibt es einen kleinen und zwei große Stolpersteine. Der kleine ist die Logik. Man argumentiert, wenn Vergangenheitsreisen möglich wären, käme es zu einem unauflösbaren Paradoxon:

Man könnte seinen eigenen Großvater töten,
so dass man selbst niemals geboren würde,
so dass niemand da wäre, der den Großvater töten könnte,
so dass man nun doch geboren würde
und in die Vergangenheit reisen würde, um den Großvater zu töten...

Man dreht sich also immer im Kreis, und das Universum mag solche Widersprüche nicht. Auf dieses Problem gibt es aber eine erstaunlich einfache Antwort - das Selbstübereinstimmungsprinzip. Es besagt, dass nur solche Geschehensabläufe möglich sind, die keine Selbstwidersprüche enthalten. Wenn ich also geboren wurde, dann kann ich zwar in die Vergangenheit reisen, um meinen Großvater zu töten, aber ich werde es irgendwie nicht schaffen - entweder ich treffe ihn nicht an oder verwechsle jemand anderen mit ihm (und weiß jetzt, wer den rätselhaften ungeklärten Mord begangen hat, von dem der Großvater einmal erzählt hat). Und wenn ich in die Vergangenheit reise, um herauszufinden, was für einen gewaltigen ungewöhnlichen Lichtblitz meine Nachbarn vor zwei Tagen gesehen haben, dann ist die einzige Erklärung für den Lichtblitz, dass ich ihn durch die Zeitreise selbst verursacht habe. Die Kausalitätsschleife wird auf diese Weise geschlossen, die Welt ist wieder in sich stimmig.

Nun aber zum ersten großen Stolperstein: Wie uns ein unbedeutender Patentbeamter aus Bern mitgeteilt hat, hat jedes Objekt seine eigene Zeit (sonst wäre die oben erwähnte Reise in die Zukunft, die sich ja auch nur auf ein Objekt bezieht, nicht möglich). Steigt man also in die Zeitmaschine, reist man deshalb nur in die eigene Vergangenheit - sprich, man wird jünger. Dem Rest der Welt ist dies völlig egal, er bleibt, wie er ist. Um "in die Vergangenheit" im Sinne der Science-Fiction-Stories zu reisen, müsste man umgekehrt die ganze Restwelt in die Zeitmaschine stecken (und selbst draußen bleiben), was technisch offensichtlich unmöglich ist (weitere daraus folgende Verwicklungen von Vergangenheitsreisen hier).

Das größte Problem an Reisen in die Vergangenheit ist aber dies: Man kann nicht in etwas reisen, das nicht existiert. Und die Zeit existiert nicht. Natürlich haben wir alle eine Uhr, aber die Zeit gibt es als solche gar nicht. Sie ist ein bloßes Konstrukt unseres Bewusstseins, eine Rechenhilfe, ein Maß für Veränderungen der Welt. Der Physiker Ernst Mach sagte mal: "Die Zeit ist ... eine Abstraktion, zu der wir durch die Veränderung der Dinge gelangen", und damit hat er Recht. Deshalb ist es auch unsinnig zu fragen, was es vor dem Urknall gab - da nichts existierte, gab es auch keine Zeit, kein Maß für Veränderungen oder Bewegungen von irgendwas. "Vor dem Urknall" ist damit ein ebenso unsinniger Satz wie: "Nördlich des Nordpols". Da Zeit nur in der Wahrnehmung existiert, kann man im Übrigen auch messen, wie schnell sie für ein bestimmtes Wesen vergeht. Passieren im Gehirn 100 Rechenprozesse in 1 Sekunde, vergeht für dieses Wesen die Zeit langsamer, als wenn dieselben Prozesse 10 Sekunden brauchen ("huch, nur mal kurz geniest und schon 10 Sekunden vorbei!..."). Deshalb geht die Zeit im Alter, mit abnehmendem Tempo von Denkprozessen nachweislich langsamer. Ist aber die Zeit nur eine Denkhilfe für unseren Verstand und nichts mehr, kann man in ihr auch nicht reisen. Man kann nur den Ablauf der Vorgänge beschleunigen oder verlangsamen (s.o. Zukunftsreisen), aber niemals umkehren.

Theoretishe Physiker spekulieren zwar über Zeitreisen mittels rotierender Universen oder stabiler Wurmlöcher in der gekrümmten Raumzeit; jedoch sind all dies höchst umstrittene Gedankengebilde und in der Realität mit Sicherheit unmöglich. Wir sind damit gefangen im Jetzt. Das sehr schnell zu morgen oder "Zehn-jahre-später" wird. Und dann die Zeit für uns, weil wir langsamer denken, viel zu schnell vergeht. Pflücket also den Tag!

Mittwoch, 14. Januar 2009

Ich sehe was, was ich nicht seh

Heute gibt es einen kleinen Ausflug in eine wundersame Welt, in der man Sachen optisch wahrnimmt, ohne sie zu sehen, und wo - umgekehrt - man auf etwas direkt schauen kann, ohne es zu bemerken. Wo ist diese Welt, fragst Du? - In deinem Kopf.



Zuerst einmal zum Altbekannten: Dass Menschen etwas wahrnehmen, ohne es bewusst zu "sehen", gilt schon länger als gesichert. Personen mit einer Störung der Seh-Areals im Gehirn sind de facto blind, können aber, da das Auge immer noch perfekt funktioniert, trotzdem ganz ordentlich erraten, aus welcher Richtung ein Lichtblitz kommt. Ob und inweiweit ein für Bruchteile einer Sekunde auf einem Monitor eingeblendetes Bild einen Menschen unbewusst beeinflussen kann, ist umstritten; dies hat das Wahlkampfteam von George W. Bush im Jahre 2000 jedenfalls nicht davon abgehalten, in einem Wahlkampfspot die Demokraten (democrats) auf diese Weise optisch nicht mehr wahrnehmbar als "rats" (Ratten) zu bezeichnen (Bildausschnitt s.o.).

Viel interessanter ist die erst in den letzten Jahren in den Blickpunkt der Forschung gerückte Eigenschaft des Menschen, Dinge nicht zu sehen, die direkt vor ihm sind. Große Dinge. Bei gutem Licht. Ohne Hektik. Willkommen im Zauberkabinett der optischen Wahrnehmung!

Es fängt schon damit an, dass niemand, der sich selbst im Spiegel in die Augen guckt, die für jeden anderen offensichtlichen kleinen Bewegungen der eigenen Augen bemerken kann. Ja, sie sind immer in Bewegung und stehen niemals still. Man kann dieses Zittern der Augen nicht bemerken (probier es ruhig aus), weil das Auge in der Bewegung selbst nichts sehen kann, da das Bild wie bei einem Fotoapparat verwischt wird. Also gibt ein Bild erst am Ende der Bewegung. Und dann stehen die Augen ja still. Die Bewegung wird aus dem Seh-Eindruck also wegrationalisiert. Es ist irgendwie spukhaft zu wissen, dass Du im Spiegel etwas nicht siehst, was für jeden anderen, der Deine Augen genau anschaut, offensichtlich ist.

Das ist aber noch längst nicht alles. Das Gehirn ist nämlich immer mit einem Problem konfrontiert: Es muss aus der Flut von Signalen, die es bekommt, das Wichtigste herausfiltern und ständig Speicherplatz für neue Sinneseindrücke schaffen. Und dies wird ihm oft zum Verhängnis - die optische Wahrnehmung wird durch lächerliche Kleinigkeiten völlig durcheinander gebracht. Zeigt man einem Menschen ein Foto und gleich darauf dasselbe Foto mit einer deutlichen Veränderung, erkennt er diese meistens sofort. Nicht aber, wenn zwischen den Bildern für 100 Millisekunden ein blanker grauer Fleck anstelle des Fotos kommt. Hier ein Beispiel. Ich wette, Du hast den Unterschied zwischen den Fotos nicht bemerkt. Obwohl er - wirklich! - ziemlich auffällig ist. Der Grund: Wenn das erste Bild verschwindet und der graue Fleck kommt, denkt sich das Gehirn: "Aha, das Bild ist weg, also lösche ich den entsprechenden Speicher, damit ein bisschen Platz frei wird." Und wenn es wieder in veränderter Form auftaucht, hat das Gehirn die Details des ersten Bildes längst vergessen und hat nichts zum Vergleich.

Und wenn Du, lieber Leser, auf etwas schaust, so hast Du zwar ein Gesichtsfeld von ca. 180 Grad, aber glaub ja nicht, dass Du alles, was dort ist, wirklich siehst. Wie schon gesagt, das Gehirn muss filtern, sonst gibt es eine Datenüberschwemmung. Professor Daniel Simons von der Uni Illinois, der ein feines Gespür fürs Absurde hat, zeigte Probanden ein Video, in dem sich mehrere Menschen einen Ball zuwarfen. Die Probanden wurden gebeten, die Anzahl der Würfe zu zählen. Plötzlich erschien unter den Spielern mitten im Bild ein Gorilla, trommelte sich an die Brust und verschwand. 50% der Probanden haben den Gorilla nicht bemerkt. Zu beschäftigt waren sie mit dem Zählen. In späteren Untersuchungen fand man heraus, dass die Augen derjenigen, die ihn nicht sahen, trotzdem zeitweise - erfolglos - direkt auf den Gorilla gerichtet waren.

Daniel Simons hatte aber noch mehr Sinn für Humor und ging weiter: In einem hier gezeigten Experiment merkten zwei Drittel der Passanten nicht, dass die Person, mit denen sie sprachen, im Laufe der Unterhaltung durch eine andere ersetzt worden war. Die Person hatte sie ursprünglich nach dem Weg gefragt; nach einer kurzen Ablenkung, die nicht länger als eine Sekunde dauerte, stand plötzlich jemand völlig anders vor dem Passanten. Diese andere Person war anders gekleidet, hatte eine andere Stimme und war auch von der Größe her verschieden. Trotzdem erklärten die Passanten dem "neuen" Gesprächspartner weiter den Weg, ohne den leisesten Verdacht zu schöpfen. (Ähnliches ist übrigens vor kurzem auch für die Hörwahrnehmung demonstriert worden.)

Man kann also wirklich direkt auf etwas schauen, ohne es zu sehen - und das nur, weil etwas drei Zentimeter weiter rechts oder links für das Gehirn mit seiner begrenzten Rechenkapazität wichtiger ist. Und wenn Du glaubst, Dir könnte so ein Unsinn nicht passieren, dann empfehle ich wärmstens den folgenden Kartentrick mitzuverfolgen - bis zum Ende!
 




Samstag, 15. November 2008

Der Oldtimer, der ich bin

Heute fühle ich mich verlassen. Und zwar nicht etwa von einer Frau, einem guten Freund oder von allen guten Geistern. Viel schlimmer. Ich fühle mich verlassen von der Evolution höchst selbst. Jetzt, wo ich 30 Jahre alt bin, bin ich nämlich den Urkräften der natürlichen Selektion, die diese unvorstellbare Vielfalt an Lebewesen hervorgebracht haben, ziemlich egal geworden. Ab jetzt ist meine Gesundheit und mein leibliches Wohlergehen gewissermaßen auf Autopilot gestellt - ob ich in fünf oder fünfzig Jahren sterbe, ist der Natur gleich. Dabei war es noch vor 5 Jahren ganz anders.

Das Altern eines Lebewesens ist gar nicht so selbstverständlich. Es gibt Kreaturen, die - wirklich!- unsterblich sind. Einfach ist es bei den Einzellern, die sich ja nur teilen, aber nie sterben. Wenn also Umwelteinflüsse günstig sind, ist es denkbar, dass eine konkrete Mikrobe von der letzten Eiszeit bis zum heutigen Tag überlebt hat. Interessant ist auch das Leben dieses Kollegen hier - der Polyp unterzieht sich regelmäßig einfach einer eingebauten Verjüngungskur und wird wieder zum Teenager. Wir Menschen sind aber etwas komplizierter gebaut - und damit sterblich (auch wenn neuerdings Fälle bekannt werden, in denen das Altern anscheinend nicht voranschreitet).

Wenn wir uns fragen, warum wir altern, dann ist die Frage falsch gestellt. Richtig wäre zu fragen, warum der durch Evolution entstandene Körper die Anstrengung unternehmen sollte, das Altern zu verhindern. Gene, die nicht nur auf blinde Teilung setzen wie die Einzellergene, haben ja grundsätzlich zwei Möglichkeiten lange zu überleben - indem sie ihren Körper zwingen, ewig zu leben, oder indem der Körper Nachkommen mit ebendiesen Genen produzieren soll. Sie können den Körper also zum einen zu einer Überlebensmaschine mit Schutzmechanismen gegen schädliche äußere Einflüsse (Raubtiere, Hunger, Krankheiten, Wetterkapriolen) und einem perfekten Stoffwechsel ohne giftige Nebeneffekte ausstatten. Ziemlich viele Investitionen also. Oder sie können Qualität durch Quantität ersetzen und auf das Motto setzen "Wenn mein Körper nur rechtzeitig genügend lebensfähige Nachkommen produziert, die ihrerseits die Gene weitergeben, ist mir sein weiteres Überleben wurscht." Genau für diese zweite Möglichkeit haben sich die Gene bei den höheren Lebewesen "entschieden". Unser Körper ist also dazu da, möglichst schnell Nachkommen zu erzeugen und sie lebensfähig zu machen. Danach ist er unseren Genen egal. Die entsprechende biologische Theorie heißt denn auch wenig schmeichelhaft "Disposable soma theory" (zu Deutsch etwa: Theorie des entbehrlichen Körpers). Da aber die in natürlicher Umgebung bei primitiven Stämmen beobachtete durchschnittliche Lebensdauer aufgrund externer Faktoren bei etwa 30 Jahren liegt, hat sich der menschliche Körper wohl auch darauf eingeschossen - Geschlechtsreife mit 14-15 Jahren, dann möglichst schnell Kinder kriegen, sie ernähren, so die Weitergabe der Gene sichern, und dann ist der Körper nur noch ein Oldtimer-Auto: Die Nachfolge-Generation ist da, er selbst fährt zwar noch, aber wie weit und wie lange er es schafft, ist seine Sache. Er hat nurmehr einen nostalgischen Wert, repariert wird er notdürftig, es gibt Wichtigeres zu tun.

Der sexuelle Trieb ist deswegen auch der stärkere als etwa der Trieb, sich gesund zu ernähren. Nicht umsonst verursachen Männer Verkehrsunfälle, wenn sie einen Minirock sehen, nicht aber, wenn sie an einem Poster mit Bio-Essen vorbeifahren. Hohes Alter zu erreichen, ist den Genen schlicht egal. Und da ich jetzt an diese Altersgrenze der genetischen Wichtigkeit gekommen bin, fühle ich mich von den Kräften der natürlichen Selektion, die einem Lebewesen ja eine gehörige Fitness zum Überleben bescheren, verlassen. Traurig, ein Oldtimer zu sein.

Was tun? Sterben oder altern möchte ich jedenfalls nicht sofort, und so schaut man sich nach Lösungsstrategien um. Bisher ist der einzige nachgewiesene Ansatz die Kalorienbegrenzung, die das Leben nachweislich verlängert. Für eine kleine Portion Extra-Jahre reicht es auch, glücklich oder verheiratet zu sein (oder beides, was gelegentlich vorkommen soll) oder aber sich selbst jünger vorzustellen. Die mikrozellulären und -biologischen Ursachen für das Altern sind im Übrigen inzwischen auch bekannt. Es sind vor allem Verschleißerscheinungen (intra- und extrazellulärer Müll, Mutationen in den Mitochondrien, die Verkürzung von Telomeren bei jeder Zellteilung) - also nichts grundsätzlich Irreversibles, ein eher technisches Problem. Einige ernstzunehmende Wissenschaftler, darunter der Futurologe Ray Kurzweil und der Biogerontologe Aubrey de Grey haben dem Altern deshalb den Kampf angesagt. De Grey ist der Auffassung, dass bei gehöriger Anstrengung man in einigen Dekaden das Altern anhalten und schlussendlich umkehren können wird. Für ihn ist das Altern eine Krankheit, ein Übel, das täglich ca. 100.000 Menschen sterben lässt. Eine andere Frage ist, ob Unsterblichkeit eine gute Sache ist. Aber de Grey hat Recht, indem er sagt, dass wir erst einmal forschen und dann, wenn wir die entsprechenden Technologien haben, die Menschen entscheiden lassen sollen, ob sie sie in Anspruch nehmen. Gesünder und vitaler würde diese Forschung die Menschen auf jeden Fall machen. Vielleicht reicht es ja, wenn man, wie Luis Bunuel mal scherzte, alle zehn Jahre mal kurz aufwacht, die Zeitung liest und staunt.

Zu schön, um wahr zu sein? In der Zeitschrift "Technology Review" wurde ein Wettbewerb ausgerufen, um de Greys Thesen zu widerlegen. Bisher hat es noch niemand geschafft. Andererseits wurde von seiner "Methuselah-Stiftung" ein Preis an eine Forschungsgruppe aus Illionis vergeben, denen es gelungen war, Mäuse mehr als anderthalbmal so lange leben zu lassen als sonst. Bei Menschen wären dies 180 Jahre gewesen.

Dienstag, 7. Oktober 2008

Ein ganz banaler Held




Dieses Video zeigt einen Verkehrsunfall, der im Mai 2008 in Hartford, Connecticut, USA, passiert ist. Man sieht einen älteren Mann, wie er von einem Auto erfasst wird und auf der Fahrbahn liegen bleibt. Mehr als eine Minute lang passiert nichts. Menschen gehen am Unfallort vorbei, Autos fahren fröhlich ihres Wegs, ein Rollerfahrer macht sogar einen eleganten Bogen um den Schwerverletzten herum, nur um anschließend zu verschwinden. Irgendwann kommt die Polizei, bis dahin hat niemand sich dem armen Mann auch nur genähert. Alle stehen und glotzen nur. Ein ähnlicher Fall geschah vor kurzem in China.

Erschreckend, oder? Der Polizeichef sah sich denn auch veranlasst zu sagen: "We have lost our moral compass". Doch ist das wirklich so? Nun, nicht unbedingt. Dieses Verhalten, wie unangenehm es uns auch erscheinen mag, ist in gewissem Sinne "normal". Denn es gibt (neben der Religion) etwas sehr Mächtiges, das gute Menschen dazu bringen kann, Böses zu tun: die Situation.

Die unglaubliche Kraft der Situation ist den Psychologen seit etwa einem halben Jahrhundert bekannt. Viele Experimente sind durchgeführt worden, die zeigten, wie weit Menschen gehen, um sich den jeweils herrschenden Umständen anzupassen, nicht aufzufallen, "normal" zu agieren, so zu sein wie alle. Es fing alles harmlos an, als Solomon Asch 1951 demonstrierte, dass Versuchspersonen eine einfache Frage ersichtlich falsch beantworteten, nur weil der Rest der Gruppe, in der sie sich befanden (alles eingeweihte Strohmänner), ebenfalls falsch antworteten. Wenn es alle sagen, dann sage ich das auch. Asch war später der Doktorvater von Stanley Milgram, der 1962 die Welt schockierte. In seiner Versuchsanordnung waren Menschen bereit, einen anderen auf eine zum Teil sadistische Weise zu quälen und sogar in Todesgefahr zu bringen, weil es "das Experiment erforderte" und der Versuchsleiter tat, als wäre alles in Ordnung. Weiter ging es neun Jahre später mit dem Gefängnis-Experiment von Philip Zimbardo, einem Studienfreund Milgrams, in dem normale Studenten zu brutalen Bestien wurden, weil man sie in Uniformen gesteckt und in einen improvisierten Knast als Aufseher hat arbeiten lassen. Derselbe Zimbardo führte auch das "Broken Windows"-Experiment in Palo Alto durch: Solange ein verlassenes Auto unberührt auf der Straße stand, passierte nichts; jedoch fielen Passanten über das Auto her und demolierten es, sobald Zimbardos Studenten den "ersten Schlag" geführt hatten - ab dann war der Vandalismus ja scheinbar "normal". Den Gipfel des situativ bedingten Wahnsinns belegten die Psychologen Darley und Latane 1968: In ihrem Versuch waren 90 % der Menschen bereit, sogar ihr eigenes Leben in höchste Gefahr zu bringen, nur weil es situationsadäquates Verhalten war. Sie saßen in einem Raum, in den plötzlich Unmengen von Rauch eindrangen. Da die anderen Personen im Raum (Eingeweihte) keine Reaktion zeigten, schlugen auch die Versuchspersonen keinen Alarm und blieben im Raum sitzen. Wäre es ein echter Rauch gewesen, wären sie ausnahmslos erstickt.

Die Kraft der Situation ist also immens hoch. Ebenjener Philip Zimbardo, der Autor des Gefängnis-Experiments, schlägt deshalb eine neue Definition eines "Helden" vor: Ein Held ist nicht, wie wir ihn uns vorstellen, ein Ritter hoch zu Ross mit wehenden Haaren, gutem Aussehen und übermenschlichen Kräften. Er ist kein Super- oder Spiderman. Er muss nicht gleich einem auf die U-Bahn-Gleise gefallenen bewusstlosen Studenten hinterherspringen, um ihn zu retten. Held zu sein ist, wie Zimbardo sagt, ganz "banal". Es reicht, wenn man ein durschnittlicher Mensch ist, der einmal im Leben, wenn es nötig ist, die Mauern der situativ bedingten Starre und Gleichgültigkeit durchbricht, etwas macht, was andere nicht machen, und zum Beispiel einem alten auf der Fahrbahn liegenden verletzten Mann hilft, wenn Schaulustige nur glotzen. Es ist so einfach, wenn darüber nachdenkt. Die Menschen sollten eine Situation kontrollieren, nicht umgekehrt.